Integrative Aquatische Therapie ( IAT)

In den meisten von uns weckt warmes Wasser das Gefühl gehalten und genährt zu werden. Bilder aus unserem somatischen Gedächtnis können entstehen, und wir erinnern uns an ein warmes Bad, an die Liebkosungen, die wir als Kind bekommen haben oder an das schwerelose Schweben im Mutterleib. Die Temperatur in einem 35° warmen Therapiebecken ist „gerade richtig“. Die Wärme wirkt entspannend, ist nicht zu warm. Schwerelos schwebend, kann sich der Körper im Wasser völlig frei in jede Richtung bewegen. Lange festgehaltene Anspannungen und der körperliche Panzer lösen sich und verborgene, spielerische Bewegungen entstehen. Das Wasser ist ein ausgezeichnetes Element zur Behandlung von Schocks und Traumen. Das gilt für alle Arten von Traumen, aber es ist besonders tiefgreifend bei vorgeburtlichen Verletzungen. Durch die Arbeit im Wasser habe ich festgestellt, dass die pränatale Heilung auf einer Ebene geschieht, die ausserhalb der Vorstellung der meisten Menschen liegt. Denn die Heilung wird im Bereich des Bindegewebes verinnerlicht. Es lösen sich nicht nur traumatische Muster, das Wasser eignet sich auch ausgezeichnet dafür, das Gefühl für das Selbst neu zu formulieren. In diesem schwerelosen Umfeld können wir den subtilsten, neuromuskulären Impuls auffangen, ihn verfolgen und nach und nach durch den ganzen Körper fortführen. Somit wird die Entwicklungshemmung des psychosomatischen Selbst zugänglich, sie wird freigelegt und kann sich weiterentwickeln.

Auf diese Weise mit Menschen zu arbeiten ist eine Kunst, die viele verschiedene Richtungen einbezieht. Ich habe meine Erfahrungen in der Aquatischen Körperarbeit, dem Watsu und dem Wassertanzen, mit meinen psychologischen Untersuchungen über Traumen und Schocks, prä- und perinatale Psychologie, Selbst-Psychologie und den entwicklungsbedingten Bewegungsabläufen, die von Bonnie Bainbridge Cohen entwickelt wurden, kombiniert.