Aquatische Körperarbeit & Schmerz

Karla Caspers, Ärztin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, macht ihre Promotionsarbeit über die Aquatische Körperarbeit. Sie schreibt:
Unter dem Titel: "Aquatische Körperarbeit und Schmerz" wurde eine prospektive Beobachtungsstudie von der Ethikkommission der Universität Witten/Herdecke bewilligt. Sie wird durchgeführt über das Institut für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit soll die Wirksamkeit der Aquatischen Körperarbeit untersucht werden im Hinblick auf die Reduktion des Medikamentenverbrauchs und die Verbesserung der Lebensqualität der teilnehmenden PatientInnen. Unsere PatientInnen kommen größtenteils aus der großen hiesigen Schmerzambulanz, jedoch können auch Menschen mit schweren chronischen Schmerzzuständen (Klassifikation Gerbershagen III) aus ganz Deutschland teilnehmen. Sie arbeiten dann unter meiner Supervision mit einer unserer WATSU-Praktizierenden am Heimatort.
Geplant ist die Studienteilnahme von 100 bis 200 Patienten innerhalb von 2 – 3 Jahren. Die Wasserphase dauert 16 Therapiestunden lang. Mit der ehrenamtlichen Hilfe vieler WATSU- Praktizierenden aus dem In- und Ausland haben wir nun fast 200 Patienten behandelt.
Die Studie ist wegen Verbesserungswürdigkeit der Dokumentation im Sommer 2009 als Pilotprojekt eingestuft worden. So haben wir im Januar 2010 alle Formalitäten erneut erstellt und beantragt und die Studie Neu und mit verbesserter Dokumentaion begonnen.
Folgende Arbeitshypothesen über die Aquatische Körperarbeit sollen in dieser wissenschaftlichen Studie genauer beleuchtet werden:
-    Vom warmen Wasser unterstützt, und von der Therapeutin  atemsynchron rhythmisch bewegt und gehalten, soll es möglich sein, alte Halte- und Bewegungsmuster, die für die Schmerzerkrankung mitverantwortlich sind, aufzulösen und  physiologische Bewegungsmuster wieder zu erlernen.
-    Durch den tiefen Entspannungszustand und den Bewegungsfluss  während der Stunde im körperwarmen Wasser können die Patienten eine neue Art und Weise erfahren, in ihrem Körper zu   „sein“, und somit sowohl mit seinen Möglichkeiten als auch mit  seinen Einchränkungen im Alltag besser umgehen lernen.
-    Das Gefühl tiefen Vertrauens (in die behandelnde Person, das  Wasser, in sich selbst und das Leben im Allgemeinen, das in den Therapiestunden wiederholt erlebt wird, kann im täglichen Leben weitergetragen werden.
-    So kann es die Patienten befähigen, dem täglichen Leben aktiver und mit mehr Selbstvertrauen gegenüber zu stehen.
 
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen
Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementämedizin; Institut für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke
Ärztliche Leitung:
Karla Caspers
Notärztin und Dozentin für Aquatische Körperarbeit am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke 

(e-mail: karlacaspers@gmx.de)